Absterben von Rosen


Frage:
Seit letztem Jahr beobachte ich bei meinen Rosen (teils sehr alte aber auch recht junge) ein mysteriöses Absterben von Trieben und teils auch ganzen Stöcken . Es beginnt mit einer ganzflächigen braunen Verfärbung , die dann farblich ins schwarze übergeht. Die Verfärbung beginnt auch nicht an den Triebspitzen , sondern meist irgendwo mittig des Triebs. Innerhalb weniger Wochen stirbt dann der Trieb bzw. der ganze Stock ab.
Ein Rückschnitt bis weit ins gesunde Holz brachte auch keine Besserung.
Nun meine Frage :
um was kann es sich hierbei handeln und wie kann man es behandeln ?

Antwort:
Es handelt sich um den Rindenfleckenbrand= Brandfleckenkrankheit (Coniothyrium wernsdorffiae)
Schadbild und Biologie:
  • Grosse hell- bis dunkelbraun oder rötlich umrandete Verfärbungen an vorjährigen Trieben und am Stamm. Häufig in der Nähe von Knospen oder Augen.
  • Die Rinde trocknet an diesen Stellen ein. Die Befallsstellenränder verdicken wulstig und reißen auf.
  • Auf der erkrankten Rinde finden sich ringförmig angeordnete, schwarze Sporangien.
  • Der Trieb stirbt über der Befallsstelle ab.
  • Bei Infektion über der Veredlungsstelle verwelkt der Edelaugentrieben.
  • Der Befall erfolgt im Vorfrühling oder Spätsommer und wird durch Verletzungen
  • (Frostrisse, Schädlinge, Schnitt) begünstigt.

Bekämpfung:
  • Sortenwahl: R. multiflora gilt als besonders anfällig und sollte möglichst nicht als Unterlage verwendet werden.
  • Triebe nicht zu früh abdecken und die Eindeckung zeitig entfernen, um das Abtrocknen der Pflanzen zu fördern.
  • Die befallene Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden und aus dem Garten entfernen. (Schere säubern!)
  • Nicht überdüngen! Insbesondere hohe Stickstoffgaben, vor allem im Herbst vermeiden.
  • Vorbeugend Pflanzenstärkungsmittel wie z.B. Schachtelhalmbrühe oder Algenpräparate einsetzen
  • Bei besonderer Gefährdung vorbeugend Fungizide einsetzen
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