Jakobs-Kreuzkraut – Was tun, wenn das Kraut zum Problem wird?

Stand: 08/07/2020
In diesem Jahr ist Jakobs-Kreuzkraut vielerorts zu einem Problem geworden. Wegen der hohen Vermehrungsrate muss ein Abblühen bzw. Aussamen unbedingt verhindert werden. Einzelpflanzen lassen sich bei feuchten Bodenverhältnissen ab Blühbeginn ohne große Kraftanstrengung ausreißen, hierbei sollten unbedingt Handschuhe getragen werden. Vorbeugend sollten an den angrenzenden Wegrändern und Böschungen vorhandene Blütenstände ebenfalls entfernt werden. Die ausgerissenen Pflanzen müssen von der Fläche entfernt und entsorgt werden. Versuche zeigen allerdings, dass ca. 50% der Pflanzen aus abgerissenen Wurzeln wieder austreiben. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist zudem nicht hundertprozentig gegeben, da der Anwender sehr junge Pflanzen leicht übersieht.

Bei großen Flächen und hohen Bestandsdichten muss das Aussamen durch Mähen oder Mulchen zu Blühbeginn verhindert werden. Mulchversuche am DLR Eifel zeigen, dass die niedrigste Wiederaustriebrate von Jakobs-Kreuzkraut Pflanzen bei Mulchen zu Blühbeginn erreicht wird.

Ein deutlicher Rückgang der Jakobs-Kreuzkrautpflanzen konnte durch die Düngung mit NPK (15-15-15) erreicht werden.
Durch die beschriebenen Maßnahmen ist eine schnelle Reduzierung des Jakobs-Kreuzkrautbesatzes allerdings nicht möglich.

Chemisch kann Jakobs-Kreuzkraut mit 1,5 – 2,0 l /ha Simplex im Rosettenstadium bei einer Wuchshöhe von ca. 5 – 15 cm des Jakobs-Kreuzkrautes bekämpft werden. Aufgrund der Anwendungsauflagen hat die Herbstbehandlung Vorteile gegenüber der Frühjahrsbehandlung, da Simplex nur auf Flächen mit dauerhafter Weidenutzung oder nach dem letzten Schnitt angewendet werden darf. Eine Schnittnutzung nach der Anwendung ist nicht zulässig.

Auch im Frühjahr ist eine Bekämpfung mit Simplex 1,5 – 2,0 l /ha im Rosettenstadium bei ca. 5 – 15 cm Wuchshöhe des Jakobs-Kreuzkrautes möglich. Jahreszeitlich wird dieses Entwicklungsstadium etwa Ende April bis Anfang Mai erreicht. Die Behandlung zu diesem Termin ist sehr effektiv. Wird erst im Knospenstadium bekämpft, kommt die Pflanze zwar nicht mehr zur Blüte, bleibt jedoch sonst weitgehend erhalten. Achtung: Leguminosen im Bestand werden von Simplex ebenfalls abgetötet.

Auch ist eine Einzelpflanzenbekämpfung mit Simplex möglich. Diese schont die Leguminosen im Bestand. Allerdings hat die Einzelpflanzenbekämpfung oft keine hundertprozentige Wirksamkeit, da die Jungpflanzen leicht vom Anwender übersehen werden können.

Die folgenden Anwendungsauflagen von Simplex sind zu beachten:

  • Nur auf Dauerweide oder nach dem letzten Schnitt
  • Wirtschaftsdünger und Futter von behandelten Flächen bleiben im eigenen Betrieb
  • Wirtschaftsdünger aus Futter von behandelten Flächen nur auf Grünland, zu Getreide oder Mais
  • Bei Umbruch im Jahr nach der Anwendung nur Getreide, Futtergräser oder Mais nachbauen. Kein Nachbau von Kartoffeln, Tomaten, Leguminosen oder Feldgemüse innerhalb von 18 Monaten nach der Anwendung

Bei Fragen zu Jakobs-Kreuzkraut auf Vertragsnaturschutzflächen kontaktieren Sie Ihren Vertragsnaturschutz Berater.

Weitere Informationen sind in den Versuchsberichten zusammengefasst

Zur Broschüre „Giftpflanzen im Grünland“.



Christoph.Steilen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück