Distelbekämpfung im Grünland

Mancherorts hat sich die Distel in lückigen Beständen breit gemacht. Durch die Pfahlwurzeln kommt die Distel, wie auch der Ampfer länger mit Trockenperioden zurecht.

Versuchsergebnisse zeigen, dass eine Distelbekämpfung zum 2. oder 3. Aufwuchs am erfolgreichsten ist. Die Distel sollte sich in vollem Wachstum befinden und mindestens 15–20 cm Wuchshöhe erreicht haben. Günstig ist es, wenn bei einzelnen Pflanzen schon die Blütenköpfe erscheinen. Zu diesem Zeitpunkt haben auch die kleinsten Disteln eine ausreichende Wuchshöhe erreicht, um genügend Herbizidwirkstoffe aufnehmen zu können.


© DLR
Gut wirksam, preiswert und relativ kleeschonend sind MCPA-Mittel wie z.B. U 46 M, bei einer Aufwandmenge von 2,0 l/ha. Die Wartezeit beträgt 14 Tage.

Ist eine kürzere Wartzeit (7 Tage) erforderlich, kann die Bekämpfung mit Simplex 2,0 l/ha erfolgen. Neben der Bekämpfung von Distel, wird Ampfer aber auch Weißklee zu (100 %) bekämpft. Die Anwendungsauflagen von Simplex sind zu beachten.

Alternativ zum Simplex ist seit diesem Jahr Kinvara neu im Grünland zugelassen. Es wird mit 3,0 l/ha eingesetzt. Laut Pflanzenschutzbroschüre (Seite 76) ist mit der Zulassung keine Wartezeit vorgeschrieben worden. Für einen ausreichenden Mitteltransport in die Wurzel sollte man ca. 14 Tage warten. Das Mittel ist ausdrücklich zur Bekämpfung des Stumpfblättrigen Ampfers zugelassen, ermöglicht aber auch gute Erfolge bei Disteln. Die Anwendungsbestimmungen und der Preis machen dieses Produkt zu einer interessanten Alternative zum Simplex. Eigene Versuchsergebnisse liegen bisher nicht vor.

Allgemein ist eine Distelbekämpfung nach vorangegangenen Niederschlägen erfolgreicher als nach einer trockenen Woche. Da durch eine einmalige Behandlung keine 100 % Wirkung erzielt wird, ist eine weitere Bekämpfung im Folgejahr zu empfehlen.

Bei geringem Besatz, ist eine preiswerte Einzelpflanzenbehandlung der teuren Ganzflächenbehandlung vorzuziehen.

Auf Flächen wo kein chemischer Pflanzenschutz erlaubt ist, kann die Distel mit Mulchen zum oben beschriebenen Zeitpunkt zurückdrängt werden. Dieser Arbeitsschritt muss aber mehrmals erfolgen, um die Pfahlwurzel als Reservestoffspeicher auszulaugen. Anschließend müssen die entstandenen Lücken nachgesät werden.



Christoph.Steilen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück