Schutz von Wildtieren bei der Mahd

Stand: 04/22/2020
Der erste Schnitt der Wiesen erfolgt in der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Wildtierarten. Bei der Mahd des Grünlandes können Rehkitze, Junghasen, Bodenbrüter und Insekten in die Schneidwerkzeuge geraten. Dadurch verlieren immer wieder Tiere ihr Leben. Es besteht die Gefahr, dass Teile der toten Tiere über das Grüngut mit ins Silo gefahren werden. Bei Rindern kann dieses verschmutze Futter zu Botulismus führen. Ein Grund mehr, sich um den Schutz der Wildtiere bei der Mahd zu kümmern. Davon abgesehen, ist der Landwirt, bzw. der Maschinenführer durch Gesetzte und Rechtssprechungen in der Pflicht dafür zu sorgen, dass bei der Mahd weder Tiere verletzt noch getötet werden. Dies kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden.

Wild vorab vergrämen
Rehkitze und Junghasen ducken sich tief ins Gras, gerade dann, wenn Gefahr droht. Sie laufen nicht weg, wenn die Mähwerkzeuge nahen. Daher ist es sinnvoll, etwa 24 Stunden vor der Mahd die Flächen abzugehen und nach Rehkitzen zu suchen.Wird der Jagdpächter frühzeitig informiert, kann er bei der Suche und bei Vergrämungsmaßnahmen helfen. Gelege von Bodenbrütern werden im gleichen Arbeitsgang markiert und bei der späteren Mahd ausgespart.
Wirkungsvoll ist ebenfalls, für Veränderungen am Wiesenrand zu sorgen. So können am Tag vor der Mahd am Wiesenrand beispielsweise Plastiktüten. Luftballons oder Stoffstücke an Stöcken aufgestellt werden. Diese Veränderungen reichen aus, dass die Rehe ihre Kitze aus der Fläche führen. Das Anmähen der Wiesen am Vortag sowie akustische Wildretter führen zu dem gleichen Ziel.

Aus der Luft können Kitze mit Hilfe einer Drohne mit Wärmebildkamera ausgemacht und anschließend gerettet werden. Am frühen Morgen, wenn die Umgebungstemperatur wesentlich geringer ist, als die Körpertemperatur der Tiere, sind die Kitze am besten zu erkennen.



Fotos: © Schwickert, DLR

Mahdrichtung lässt Fluchtweg frei
Wird die Fläche von innen nach außen gemäht, wird das ausgewachsene Wild nach und nach Richtung Feldrand gedrängt und kann von dort schließlich flüchten.

Messerbalkenmähwerk schont Insekten
Zum Schutz der Insekten, sollte die Mahd nicht während des Bienenfluges durchgeführt werden. Bedeckte Tage mit kühlen Temperaturen sind besonders günstig.
Durch den Sog, den Rotationsmähwerke erzeugen, werden Insekten in die Schneidwerkzeuge gesogen. Daher sind für die Schonung der Insekten Messerbalken Mähwerke die bessere Variante zur Ernte des Grüngutes.



Katharina.Hergenroether@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben  zurück