Gartentipp September 2020 - Rasenunkräuter

Gartentipp September 2020

Rasenunkraut und Moos nachhaltig bekämpfen

Alle Jahre wieder stellt sich bei vielen Rasenbesitzern die zentrale Frage:

WIE bekomme ich diese lästigen, störenden Pflanzen langfristig los. Auch jetzt gegen Ende der Saison kann noch mal zugeschlagen werden. Aber mit Sinn und Verstand. Eine gescheite Schadpflanzeneindämmung sollte gerade im September/Oktober mit einer zusätzlichen Rasenauffrischung einhergehen. Für mich sind das Kahlstellen nachsäen/ausbessern, düngen, mähen, wässern. So geht die Grünfläche gestärkt in den Winter. Begeistert bin ich, wenn egal wann im Jahr, alle möglichen und unmöglichen Rezepte und Tipps ausgetauscht werden. Gefühlt hat die Mehrheit alles im Griff. Trotzdem sehen die Flächen oft zum Erbarmen aus. Es kommen immer die gleichen Sätze:

"Das muss mal ordentlich vertikutiert werden."
"Das spritze ich mit ….. ab."

"Da kommt richtig Kalk drauf."
"Ich gieß da immer mit ….."
"Das Mittel hab ich mir bei ….., in ….., über den ….. besorgt. Geht klasse."


Unkraut wächst auch in milden Wintern weiter

Natürlich wirken diese ganzen Maßnahmen, nach Ansicht des Gärtners. Wenn man ihn fragt. Gräbt man ein bisschen tiefer kommt doch auch mal der Misserfolg zu Tage. Oft wird einfach so weiter gemacht wie immer. Informationen und Anregungen, etwa vom Fachberater des Kleingartenverbandes, sind nicht immer willkommen. Diese Tipps entsprechen meist nicht den eigenen Vorstellungen und werden von vorneherein in Zweifel gezogen. Da kommt doch schnell nochmal ein Rasenunkrautmittel zum Einsatz. Oder noch besser ein Mittel das sich „besorgt“ wurde. Es kommt manchmal einem Sport gleich wer wo überall an was für Sachen rankommt. Nach dem Motto ich hab es bekommen und der Nachbar nicht. Obwohl, um seine Fähigkeiten zu demonstrieren gibt man auch schon mal seine Wundertipps weiter. Aus Erfahrung weiß ich, dass der Rasen nicht immer ungeschoren bleibt.
Anstatt die Gebrauchsanleitung zu lesen und sich daran zu halten wird nach Gefühl gearbeitet. Da empfindet der Anwender die Aufwandmenge seines Herbizides (Unkrautbekämpfungsmittel) als zu gering. Auch ist er der Meinung mit so viel Wasser zu spritzen ist unnötig. Es kommt zu Verwechslungen zwischen Spritz- und Gießanwendung. Auch sind sehr viele Präparate nicht im Ansaatjahr geeignet. Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten der Fehlanwendung. Schlussendlich gehen nicht nur die Unkräuter ein. Auch der Rasen macht schlapp. Gleichzeitig muss bei der chemischen Unkrautbekämpfung die Abdrift vermieden werden. Einfach gesagt, die Spritzbrühe darf nicht werfliegen auf andere Flächen und Pflanzen. Dort kann sie zu Schäden führen. So sieht das auch bei Rasendünger mit Unkrautvernichter aus. Auch hier ist es wichtig die Gebrauchsanleitung einzuhalten. Viel hilft nicht viel, es schadet. Verwechslungen kommen auch bei Pflanzenschutzmitteln mit ähnlichen oder sogar gleichen Namen vor. Der Mittelname ist schon seit Jahren bekannt und es wird mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt. Nun wechselt die Firma aber den Wirkstoff, der Name des Rasenherbizides bleibt. Plötzlich ist dann die Wirkungsweise anders. Daher ist es wichtig sich beim Kauf zu informieren. Der Verkäufer ist vom Gesetz her sogar verpflichtet sie zu beraten. Warum erwähne ich das alles? Weil es notwendig ist! Viele Gärtner tun sich schwer einzusehen, dass Unkraut spritzen allein sehr oft nicht ausreichend ist um den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen. Sinnvoll ist leider häufig eine Neuanlage der Fläche. Ob das mit Rollrasen geschieht, klassisch mit Aussaat oder ob sogar eine komplett andere Nutzung in Frage kommt liegt am Betroffenen. In manchem Bereich wird der Rasen immer Probleme haben, Nässe, Trockenheit, Schatten. Da sind Überlegungen es mit einer anderen Bepflanzung zu probieren durchaus angebracht. Denn hat das Gras grundsätzlich Standortprobleme und sie können nicht dauerhaft gelöst werden gibt es kein schönes Grün. Sie müssen fortwährend daran rumdoktoren. Bleiben für Sie die Fragen:

1. Rasen ja oder nein?
2. Standort wirklich verbesserbar?

In meinen Augen ist der Bereich wo der Rasen wachsen soll vordringlich. Klar lässt sich mit Düngung, Bewässerung und sonstigen aufwendigen Pflegemaßnahmen der Grünbereich einigermaßen hinbekommen.


Rasenunkraut und Moos nachhaltig bekämpfen

Alle Jahre wieder stellt sich bei vielen Rasenbesitzern die zentrale Frage:

WIE bekomme ich diese lästigen, störenden Pflanzen langfristig los. Auch jetzt gegen Ende der Saison kann noch mal zugeschlagen werden. Aber mit Sinn und Verstand. Eine gescheite Schadpflanzeneindämmung sollte gerade im September/Oktober mit einer zusätzlichen Rasenauffrischung einhergehen. Für mich sind das Kahlstellen nachsäen/ausbessern, düngen, mähen, wässern. So geht die Grünfläche gestärkt in den Winter. Begeistert bin ich, wenn egal wann im Jahr, alle möglichen und unmöglichen Rezepte und Tipps ausgetauscht werden. Gefühlt hat die Mehrheit alles im Griff. Trotzdem sehen die Flächen oft zum Erbarmen aus. Es kommen immer die gleichen Sätze:

"Das muss mal ordentlich vertikutiert werden."
"Das spritze ich mit ….. ab."

"Da kommt richtig Kalk drauf."
"Ich gieß da immer mit ….."
"Das Mittel hab ich mir bei ….., in ….., über den ….. besorgt. Geht klasse."


Unkraut wächst auch in milden Wintern weiter

Natürlich wirken diese ganzen Maßnahmen, nach Ansicht des Gärtners. Wenn man ihn fragt. Gräbt man ein bisschen tiefer kommt doch auch mal der Misserfolg zu Tage. Oft wird einfach so weiter gemacht wie immer. Informationen und Anregungen, etwa vom Fachberater des Kleingartenverbandes, sind nicht immer willkommen. Diese Tipps entsprechen meist nicht den eigenen Vorstellungen und werden von vorneherein in Zweifel gezogen. Da kommt doch schnell nochmal ein Rasenunkrautmittel zum Einsatz. Oder noch besser ein Mittel das sich „besorgt“ wurde. Es kommt manchmal einem Sport gleich wer wo überall an was für Sachen rankommt. Nach dem Motto ich hab es bekommen und der Nachbar nicht. Obwohl, um seine Fähigkeiten zu demonstrieren gibt man auch schon mal seine Wundertipps weiter. Aus Erfahrung weiß ich, dass der Rasen nicht immer ungeschoren bleibt.
Anstatt die Gebrauchsanleitung zu lesen und sich daran zu halten wird nach Gefühl gearbeitet. Da empfindet der Anwender die Aufwandmenge seines Herbizides (Unkrautbekämpfungsmittel) als zu gering. Auch ist er der Meinung mit so viel Wasser zu spritzen ist unnötig. Es kommt zu Verwechslungen zwischen Spritz- und Gießanwendung. Auch sind sehr viele Präparate nicht im Ansaatjahr geeignet. Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten der Fehlanwendung. Schlussendlich gehen nicht nur die Unkräuter ein. Auch der Rasen macht schlapp. Gleichzeitig muss bei der chemischen Unkrautbekämpfung die Abdrift vermieden werden. Einfach gesagt, die Spritzbrühe darf nicht werfliegen auf andere Flächen und Pflanzen. Dort kann sie zu Schäden führen. So sieht das auch bei Rasendünger mit Unkrautvernichter aus. Auch hier ist es wichtig die Gebrauchsanleitung einzuhalten. Viel hilft nicht viel, es schadet. Verwechslungen kommen auch bei Pflanzenschutzmitteln mit ähnlichen oder sogar gleichen Namen vor. Der Mittelname ist schon seit Jahren bekannt und es wird mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt. Nun wechselt die Firma aber den Wirkstoff, der Name des Rasenherbizides bleibt. Plötzlich ist dann die Wirkungsweise anders. Daher ist es wichtig sich beim Kauf zu informieren. Der Verkäufer ist vom Gesetz her sogar verpflichtet sie zu beraten. Warum erwähne ich das alles? Weil es notwendig ist! Viele Gärtner tun sich schwer einzusehen, dass Unkraut spritzen allein sehr oft nicht ausreichend ist um den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen. Sinnvoll ist leider häufig eine Neuanlage der Fläche. Ob das mit Rollrasen geschieht, klassisch mit Aussaat oder ob sogar eine komplett andere Nutzung in Frage kommt liegt am Betroffenen. In manchem Bereich wird der Rasen immer Probleme haben, Nässe, Trockenheit, Schatten. Da sind Überlegungen es mit einer anderen Bepflanzung zu probieren durchaus angebracht. Denn hat das Gras grundsätzlich Standortprobleme und sie können nicht dauerhaft gelöst werden gibt es kein schönes Grün. Sie müssen fortwährend daran rumdoktoren. Bleiben für Sie die Fragen:

1. Rasen ja oder nein?
2. Standort wirklich verbesserbar?

In meinen Augen ist der Bereich wo der Rasen wachsen soll vordringlich. Klar lässt sich mit Düngung, Bewässerung und sonstigen aufwendigen Pflegemaßnahmen der Grünbereich einigermaßen hinbekommen.


Rasen aerifiziert

Aber ist das wirklich sinnvoll. Mit allen Wundermitteln, die angeblich den Boden in Nullkommanix auf Vordermann bringen, tue ich mich schwer. Die ganzen Angebote aus den bunten Zeitschriften, Verkaufssendern, Internetangeboten und woher sonst auch immer sind mit Vorsicht zu genießen. Wären das solche Kracher wie angepriesen wären sie bekannt. Deshalb wirklich überlegen ob eine reelle, dauerhafte Rasenanlage möglich ist.
Die Gräser haben ihre Ansprüche. Auch eine Schattenmischung braucht Licht. Im Hinterhof wo es keine Sonne gibt geht die auch zu Grunde. Rasenmischungen mit trockenheitsverträglichen Gräsern halten Wassermangel nur länger aus. In richtigen Mangelzeiten lassen die halt nur später die Ohren hängen. Egal welche Rasensaatgutmischung sie verwenden, es gibt Mindestanforderungen an das Umfeld und die Pflege. Alles in Allem ist das auch eine finanzielle Sache. Aufwendige Bewässerungsanlagen, hochwertige Düngung, Rollrasenverwendung vielleicht noch ein Mähroboter lassen da schon stramme Summen zusammenkommen. Letztendlich entscheiden sie. Jedes Jahr fehlt es doch schon bei sehr vielen Rasenbesitzern allein an dem Willen ordentlich zu wässern. Der Einsatz von Unkrautvernichtern hilft nur kurzfristig. Die unerwünschten Pflanzen setzen sich auf Dauer durch. Moos immer wieder gern mit Moosvernichter beackert, kommt wieder. Nasse, verdichtete, schattige Flächen. Da kann kein Gras auf Dauer wachsen. Aber der geneigte Hobbygärtner lässt sich mal wieder von den Versprechen der „Wunderindustrie“ verführen. Die ganzen Berater der Kleingärtenvereine haben ja „keine“ Ahnung. Ich habe mal, vor gefühlten tausend Jahren, eine Diplomarbeit betreut. Ergebnis war, den Informationen aus allen möglichen Zeitungen wurde mehr zugetraut als dem Gartenfachberater. Wenn das nicht ärmlich ist. Diese Frauen und Männer reißen sich den…… nämlichen auf um zu helfen und werden nicht für voll genommen. Egal ich komme jetzt zum Schluss meines lamentierens. Schalten sie ihr Hirn ein und nicht das Wunschdenken. Ein Prachtrasen lässt sich nur mit kostspieligem und unglaublichem Aufwand dauerhaft etablieren wenn die Umweltbedingungen nicht passen. Da fallen mir die Golfplätze in südlichen Ländern ein. Die gibt es dort nur weil Leute genug Kohle abdrücken um unter „Tropensonne“ zu Sportlern.

Denken statt spritzen ist für uns Kleingärtner angesagt.

Hans Willi Konrad, DLR R-N-H Bad Kreuznach
Alle Bilder Hans Willi Konrad



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