Projekt: "Mehr Gras im Glas"

Eine grasbasierte Fütterung entspricht der natürlichen Ernährungsweise von Wiederkäuern und bringt damit wesentliche ernährungsphysiologische Vorteile mit sich. Insbesondere eine stabilere Pansenfunktion kann Stoffwechselstörungen vorbeugen und trägt somit zur Verbesserung von Tiergesundheit und Nutzungsdauer bei. Infolge eines geringeren Krankheitsrisikos lassen sich zudem Kosten für tierärztliche Behandlungen reduzieren.

Hochwertiges Grünland weist von Natur aus einen hohen Proteingehalt auf, wodurch der Einsatz kostenintensiver Kraftfuttermittel verringert und die Rentabilität von Milchviehbetrieben gesteigert werden kann. In Deutschland stellt Silomais traditionell einen bedeutenden Bestandteil der Milchviehrationen dar. Durch eine Erhöhung des Grasanteils kann der Maisanteil reduziert und Ackerfläche anderweitig genutzt werden, insbesondere für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Dies trägt zur Entzerrung von Nutzungskonkurrenzen bei, fördert vielfältigere Fruchtfolgen und reduziert das Risiko von Bodenerosion. Insgesamt leistet eine grünlandbasierte Milchproduktion somit einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Deckung des steigenden globalen Nahrungsmittelbedarfs.

Im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel, macht Grünland aufgrund der klimatischen Bedingungen über 50 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, den Grasanteil in der Gesamtration auf mindestens 50 % zu erhöhen, um eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltigere Milchproduktion zu fördern.

Landwirtschaftliche Bodennutzung im BeratungsgebietLandwirtschaftliche Bodennutzung im Beratungsgebiet
Abbildung: Landwirtschaftliche Bodennutzung im Beratungsgebiet Eifel (Bitburg, Daun, Wittlich) (Quelle: Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen RLP; DLR Eifel)

Im Rahmen des Projekts werden Betrebe mit unterschiedlichen Grasanteilen in der Ration vergleichend untersucht. Dabei stehen Aspekte der Grünlandbewirtschaftung, der Rationsgestaltung, der Leistung, der Wirtschaftlichkeit sowie der Tiergesundheit im Fokus. Ziel ist es, auf Basis dieser Analysen praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Umstellung auf eine grasbetonte Fütterung abzuleiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wissenstransfer, der durch Veranstaltungen zu Themen wie Futterpflanzenanbau, Futterkonservierung, Rationsgestaltung und Tiergesundheit umgesetzt wird.

Das Projekt wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen der Teilintervention „Wissenstransfer-, Demonstrations- und Informationsmaßnahmen“ (EL-0802-01) des nationalen GAP-Strategieplans in Rheinland-Pfalz gefördert und durch Mittel von Bund und Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) kofinanziert.

Interessierte Betriebe können sich gerne beim DLR Eifel melden unter:

Kontakt: Lisa Moog lisa.moog@dlr.rlp.de Tel.: 06561/9480-403


Gefördert durch:






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