aktuelle Hinweise ökologischer Weinbau 11.06.2012

    
    Arbeitshinweise (9)

Rebentwicklung
Lage: Das kühle, unbeständige Wetter bleibt bis Mitte der Woche bestehen. Mit Niederschlägen in Form von Schauern ist bis einschließlich Donnerstag zu rechnen. Am Freitag steigen die Temperaturen voraussichtlich an. Eine dauerhafte Erwärmung ist aber unsicher. Die Entwicklungsunterschiede sind weiter hoch. Während in frühen Lagen die Burgunder bereits durchgeblüht sind, hat die Blüte in späteren Lagen noch nicht begonnen. Die Blüte zieht sich in die Länge und ist vor allem in den frühen Lagen verzettelt. Das unbeständige Wetter erhöht die Gefahr für Peronospora-Infektionen der Gescheine.
Rebstadien: ES 61 bis ES 68 (Blühbeginn bis Ende der Blüte)

Pflanzenschutz
Peronospora:
Stand: Mit Ausnahme weniger Bereiche gibt es in allen Gebieten Peronospora-Infektionen unterschiedlichen Ausmaßes. Am 4.6. waren weitere Bodeninfektionen möglich. Ölflecke dieser Infektionen werden Ende der Woche sichtbar. Aufgrund der langanhaltenden Blüte ist die Situation höchst gefährlich. In Weinbergen mit bereits vorhandenen Ölflecken sichert nur der Einsatz von Frutogard nachhaltig den Ertrag, da mit weiteren Infektionen in dieser Woche zu rechnen ist. Auch in Gebieten, in denen ein Frutogard-Einsatz aufgrund fehlender Infektionen zur Blütezeit sonst nicht üblich ist, sollte in diesem Jahr darüber nachgedacht werden.
Bitte beachten: Einsatz von Frutogard maximal bis abgehende Blüte! Ausnahme Junganlagen ohne Ertrag (hier kann der Einsatz bei Infektionsgefahr bis zum Schluss sinnvoll sein, um die jungen Pflanzen optimal zu schützen)
Mittel: 100 g/ha reinKupfer mit 4-5 l/ha Frutogard
oder 300 g/ha reinKupfer
Oidium:
Stand: Zurzeit diktiert die Peronospora den engen Behandlungsrhythmus. Oidium wird mit behandelt und dürfte aufgrund der ungünstigen Witterung für diesen Pilz keine Probleme machen. Wichtig ist, dass die verblühenden Gescheine regelmäßig mit Netzschwefel abgedeckt werden, damit die Fruchtknoten gut geschützt werden. Mit der Erwärmung Ende der Woche steigt auch das Infektionspotenzial wieder an.
Mittel: bei Blühbeginn: Netzschwefel 4,8 kg/ha (eventuell mit Cocana 1l/1000 l)





Beate.Fader@dlr.rlp.de     Drucken nach oben