Einstufung der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach dem Grad ihrer Erosionsgefährdung durch Wasser gemäß der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung in Rheinland-Pfalz


Nach § 2 Abs. 1 und Abs. 7 Nr. 2 der Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung vom 4. November 2004 (BGBl. I S. 2778), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 20. Dezember 2010 (BAnz AT 134 2010 V 1), ersetzt durch § 6 Abs. 2 und 3 der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung (AgrarZahlVerpflV) vom 17. Dezember 2014 (BAnz. AT 23.12.2014 V1), sind durch Rechtsverordnung die Gebiete zu bezeichnen, deren landwirtschaftlichen Flächen durch Wasser oder Wind erosionsgefährdet sind.

Alle landwirtschaftlichen Flächen in Rheinland-Pfalz werden entsprechend dem Grad ihrer potenziellen Erosionsgefährdung durch Wasser in dem so genannten „Erosionskataster“ erfasst. Dieses Kataster sieht hinsichtlich der Gefährdung durch Wasser zwei Gruppen vor:
CCW1 für „erosionsgefährdet“ und CCW2 für „hoch erosionsgefährdet“. Alle anderen Flächen weisen entsprechend den Vorgaben der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung keine oder nur eine geringe Erosionsgefährdung auf, so dass hier keine speziellen vorsorgenden Maßnahmen notwendig sind. Mit dem Inkrafttreten der Landesverordnung über die Einteilung landwirtschaftlicher Flächen nach dem Grad der Erosionsgefährdung in Verbindung der ersten Landesverordnung über die Einteilung landwirtschaftlicher Flächen nach den Grad der Erosionsgefährdung vom 28. Februar 2016 sind ausschließlich Maßnahmen für Ackerflächen vorgesehen:

• Wassererosionsgefährdungsklasse 1 (CCW1)
In der Zeit vom 01. Dezember bis zum 15. Februar dürfen diese Ackerflächen nicht gepflügt werden. Nach der Ernte sind gepflügte Flächen vor dem 01. Dezember einzusäen. Dadurch wird während der Wintermonate eine Bedeckung des Bodens entweder mit Ernteresten der Vorfrucht oder mit im Herbst neu eingesätem Bewuchs erreicht. Werden die Flächen quer zum Hang bewirtschaftet, gelten die vorgenannten Auflagen nicht.

• Wassererosionsgefährdungsklasse 2 (CCW2)
Zur Erosionsvermeidung darf nach § 6 Abs. 3 der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung der Betriebsinhaber eine Ackerfläche, die der Wassererosionsgefährdungsklasse CC
Wasser2 zugehört, vom 1. Dezember bis zum Ablauf des 15. Februar nicht pflügen. Das Pflügen zwischen dem 16. Februar und dem Ablauf des 30. November ist nur bei einer unmittelbar folgenden Aussaat zulässig. Vor der Aussaat von Reihenkulturen mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr ist das Pflügen verboten.

Abweichende Anforderungen für Sommergetreide, Sommerraps, Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln werden in § 3 der Landesverordnung geregelt.






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